SCHRITT-FUR-SCHRITT-ANLEITUNG  ·  MIT VORLAGEN

Advertorial schreiben: Die komplette Anleitung mit Vorlagen

Von der leeren Seite zum fertigen Text – mit Beispielen, fertigen Formulierungen und einer Checkliste für jeden Abschnitt.

März 2025  ·  ca. 10 Min. Lesezeit  ·  advertorial.de

Ein Advertorial schreiben ist kein Hexenwerk – aber es gibt Regeln, die den Unterschied zwischen einem Text, der gelesen wird, und einem Text, der weggeklickt wird, ausmachen. Diese Anleitung zeigt Ihnen alles, Schritt für Schritt.

1. Die 3 Grundregeln guter Advertorials

1

Beginnen Sie nie mit Ihrem Unternehmen

Der häufigste Fehler

Leser öffnen einen Artikel, um ein Problem zu lösen oder etwas zu lernen – nicht um Ihre Firmengeschichte zu lesen. Starten Sie immer mit dem Problem oder der Situation Ihrer Zielgruppe.

✗ Falsch

Die ABC GmbH ist seit 2015 führend in der Digitalberatung. Mit uber 200 Projekten…

✓ Richtig

Drei von vier Mittelständlern verlieren Auftrage, weil ihre Website noch so aussieht wie 2012.

2

70:30-Regel: Mehrwert vor Werbung

Das goldene Verhältnis

Mindestens 70 % des Textes sollten echten Informationswert haben. Maximal 30 % dürfen auf Ihr Angebot eingehen. Wer dieses Verhältnis umkehrt, schreibt eine klassische Anzeige – kein Advertorial.

Selbsttest: Wenn Sie alle Absätze, die Ihr Unternehmen erwähnen, streichen wurden – wäre der Text trotzdem hilfreich? Wenn ja, ist das Verhältnis richtig.

3

Menschen ansprechen, Suchmaschinen optimieren

SEO als Zweites

Schreiben Sie zuerst für den Leser. Keywords kommen danach – natür­lich in Titel, ersten Absatz und eine oder zwei Zwischenuber­schriften. Ein Text, der sich wie eine Keyword-Liste liest, konvertiert nicht.

2. Der ideale Aufbau: Schritt für Schritt

Erfolgreiche Advertorials folgen einer bewährten Dramaturgie. Hier ist jeder Abschnitt mit Beispielen und fertigen Formulierungen erklärt:

1

Überschrift (Headline)

Über Erfolg oder Misserfolg entscheidet dieser eine Satz

Die Überschrift muss das Haupt-Keyword enthalten, neugierig machen und einen konkreten Nutzen versprechen. Testen Sie mindestens 5 Varianten.

Formeln, die funktionieren:

→ [Zahl] + [Nutzen] + [Zielgruppe]
→ „Warum [uberraschende These]“
→ „Wie [Zielgruppe] [Ergebnis] erreicht“

2

Einleitung / Hook (1–3 Absatze)

Den Leser in die Geschichte ziehen

Die Einleitung hat eine einzige Aufgabe: sicherstellen, dass der Leser weiterliest. Starten Sie mit einer überraschenden Statistik, einem konkreten Szenario oder einer unbequemen Wahrheit.

Beispiel: „62 Prozent der qualifizierten Kandidaten brechen Bewerbungen ab, wenn sie nach einer Woche keine Rückmeldung erhalten. Das Problem liegt selten am Team – sondern am Prozess.“

3

Hauptteil mit Mehrwert (3–6 Abschnitte)

Hier entsteht Vertrauen

Der Hauptteil liefert den versprochenen Mehrwert: Tipps, Erklärungen, Daten, Einblicke. Strukturieren Sie ihn mit H2/H3-Überschriften. Listen und Nummerierungen erhohen die Lesbarkeit erheblich.

Platzieren Sie Ihr Angebot spätestens im dritten Abschnitt – als Teil der Lösung, nicht als Eigenwerbung: „Ein Ansatz, der hier besonders effektiv ist…“

4

Kennzeichnung (Pflicht!)

Rechtlich zwingend, ganz oben

Ganz oben im Beitrag, vor dem Titel: Anzeige, Werbung oder Sponsored Content. Klar sichtbar, nicht versteckt. Seriöse Publisher kümmern sich automatisch darum.

5

Call-to-Action (1 Absatz)

Was soll der Leser jetzt tun?

Ein guter CTA ist spezifisch und niedrigschwellig. Genau einen CTA – nicht fünf.

✗ Zu vage:
Erfahren Sie mehr auf unserer Website.
✓ Spezifisch:
Jetzt kostenloses 20-Min.-Gesprach buchen und erfahren, wie Sie X halbieren.

6

Abschlusskontrolle

Bevor Sie abgeben

Lesen Sie den Text laut vor – stolpern Sie über Sätze? Sind alle Pflichtbestandteile enthalten? Nutzen Sie die Checkliste weiter unten.

3. Fertige Vorlage zum Kopieren

Kopieren Sie diese Struktur und ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihren Inhalt. Die Reihenfolge ist nicht zufällig – sie folgt der Psychologie des Lesers.

/* KENNZEICHNUNG */

Anzeige | Sponsored Content

/* ÜBERSCHRIFT (H1) */

[Zahl/Wie/Warum] + [Haupt-Keyword] + [konkreter Nutzen]

/* EINLEITUNG – Hook */

[Überraschende Statistik oder konkretes Szenario]

[Warum das Problem wichtig ist]

[Überleitung: „Doch es gibt einen Weg…“]

/* HAUPTTEIL – H2: Erklärung / Hintergrund */

[2–3 Absätze mit Fakten, Daten, Beispielen]

/* HAUPTTEIL – H2: Lösung / Strategie */

[Schritte oder Framework – dezente Einbindung Ihres Angebots]

/* HAUPTTEIL – H2: Praxisbeispiel / Case Study */

[Konkretes Beispiel mit Zahlen – idealerweise ein Kundenerfolg]

/* CALL-TO-ACTION */

[1 Satz Nutzenversprechen + konkreter CTA-Link]

// Lange: 700–1.200 Wörter  |  Bilder: 1–3 Visuals  |  Kennzeichnung: ganz oben

Tipp für die Praxis: Schreiben Sie zuerst den Hauptteil, dann die Einleitung und zuletzt die Überschrift. So wissen Sie beim Formulieren des Hooks bereits, was Sie versprechen müssen.

4. Hook-Formeln: Einstiege, die funktionieren

Der erste Satz entscheidet, ob jemand weiterliest. Diese vier Formeln funktionieren branchenübergreifend – jeweils mit einem echten Beispiel:

Statistik-Hook73 Prozent der Bewerber suchen zuerst auf Glassdoor

„73 % der qualifizierten Fachkräfte prüfen Bewertungen auf Glassdoor, bevor sie eine Bewerbung abschicken. Für Ihr Employer Branding ist das eine Zahl mit Konsequenzen.“

Warum es funktioniert: Eine konkrete Zahl zieht sofort Aufmerksamkeit. Die direkte Adressierung („Ihr Employer Branding“) macht sie persönlich relevant.

Problem-HookDas kostet Sie eine verpasste Deadline wirklich

„Eine verpasste Lieferung kostet nicht nur den Auftrag. Sie kostet das Vertrauen – und das lässt sich nicht nachliefern.“

Warum es funktioniert: Der emotionale Kern trifft tiefer als eine rein rationale Kostenbetrachtung.

Szenario-HookEs ist 17:58 Uhr. Ihre Website ist down.

„Es ist 17:58 Uhr freitags. Ihre Website ist down. Der IT-Support ist bis Montag nicht erreichbar. Jede Stunde Downtime kostet im Schnitt 5.600 EUR.“

Warum es funktioniert: Das Film-Szenario zieht sofort in die Geschichte. Die Zahl macht den Schaden greifbar.

Frage-HookWann haben Sie zuletzt einen Bewerber wegen des Prozesses verloren?

„Wann haben Sie zuletzt einen Top-Kandidaten verloren – nicht wegen des Gehalts, sondern weil der Bewerbungsprozess drei Wochen dauerte?“

Warum es funktioniert: Eine Frage, die fast jeder HR-Verantwortliche mit „ja“ beantwortet.

5. Dos & Don’ts

Diese Regeln machen den Unterschied zwischen einem Advertorial, das gelesen wird, und einem, das die Redaktion ablehnt oder der Leser sofort weggeklickt.

✓ DOS – SO GEHT ES

Mit dem Leserproblem beginnen, nicht mit dem Unternehmen

Konkrete Zahlen und Studien zitieren

Kurze Absätze (max. 4 Sätze) und Zwischenüber­schriften nutzen

70:30-Verhältnis einhalten: Mehrwert vor Werbung

Genau einen spezifischen Call-to-Action setzen

Kennzeichnung ganz oben im Beitrag platzieren

Keywords natürlich integrieren – nicht erzwungen

Echte Beispiele, Namen und Zahlen nennen

✗ DON’TS – TYPISCHE FEHLER

Mit Unternehmensgeschichte oder Eigenlobrede beginnen

Superlative ohne Belege: „das beste…“, „einzigartig“

Mehr als 50 % Eigenwerbung im Text

Fachjargon ohne Erklärung verwenden

Mehrere CTAs (verwirrt den Leser)

Kennzeichnung am Ende oder im Kleinstdruck verstecken

Keywords erzwungen wiederholen (Keyword-Stuffing)

Vage bleiben ohne konkrete Zahlen oder Beispiele

6. Call-to-Action: Was wirklich konvertiert

Ein guter CTA ist spezifisch, niedrigschwellig und zeigt einen klaren nächsten Schritt. Immer nur einen CTA pro Beitrag – mehrere verwirren und senken die Conversion Rate. Hier sind vier Formeln nach Branche:

Beratung / Service
„Jetzt kostenloses 20-Min.-Gespräch buchen und erfahren, wie Sie Ihre Bewerbungszeit halbieren.“

Software / Tool
„14 Tage kostenlos testen – keine Kreditkarte nötig.“

Download / Lead-Magnet
„Jetzt die kostenlose Checkliste herunterladen (PDF, 2 Seiten).“

E-Commerce
„Jetzt mit 15 % Erstbestellrabatt starten – Code: RATGEBER“

Goldene Regel: Der CTA beschreibt, was nach dem Klick passiert – nicht was das Unternehmen anbietet. „Jetzt Beratung starten“ ist besser als „Zu unserem Angebot“.

7. Checkliste vor der Abgabe

Bevor Sie Ihr Advertorial an den Publisher senden, prüfen Sie jeden Punkt. Ein einziger vergessener Punkt kann zur Ablehnung führen oder rechtliche Konsequenzen haben:

Kennzeichnung („Anzeige“ / „Sponsored Content“) steht ganz oben, vor dem Titel

Haupt-Keyword steht in Uberschrift, erstem Absatz und mindestens einer H2

Der erste Satz beginnt mit dem Problem der Zielgruppe, nicht mit dem Unternehmen

70:30-Verhaltnis: Mehrwert überwiegt gegenüber Eigenwerbung

Mindestens ein konkretes Beispiel, eine Zahl oder eine Studie im Text

Genau ein spezifischer Call-to-Action am Ende

Bilder haben Alt-Texte mit relevantem Keyword

Textlänge zwischen 700 und 1.200 Wörtern

Alle Zwischenüber­schriften sind mit H2/H3 formatiert

Text wurde auf Grammatik und Tippfehler geprüft

Publisher-spezifische Anforderungen (Format, Lange, Bildgroße) beachtet

Backlink zur eigenen Website ist mit rel=“nofollow“ oder rel=“sponsored“ versehen

8. FAQ – Haufige Fragen

Wie lang sollte ein Advertorial sein?

Zwischen 700 und 1.200 Wörtern ist der Sweet Spot. Kurzere Texte wirken dünn und werden von Publishern oft abgelehnt, längere werden selten vollständig gelesen. Für SEO-Zwecke empfehlen sich 900–1.200 Wörter mit sinnvoll platzierten Zwischenuber­schriften.

Wie schreibt man einen guten Advertorial-Einstieg?
Mit dem Problem der Zielgruppe, nicht mit dem eigenen Unternehmen. Nutzen Sie eine uberraschende Statistik, ein konkretes Szenario oder eine provokante Frage. Beispiel: 62 % der besten Bewerber springen ab, weil der Prozess zu lang dauert. Der erste Satz entscheidet, ob jemand weiterliest.
Was ist die 70:30-Regel beim Advertorial?

Mindestens 70 % des Textes sollten echten Informationswert für den Leser haben. Maximal 30 % dürfen auf das eigene Angebot eingehen. Selbsttest: Wenn Sie alle Absatze streichen, die Ihr Unternehmen erwähnen – wäre der Text trotzdem hilfreich und lesbar? Wenn ja, ist das Verhältnis richtig.

Kann ich ein Advertorial selbst schreiben oder brauche ich eine Agentur?

Grundsätzlich können Sie es selbst schreiben. Viele Publisher haben jedoch spezifische Anforderungen (Tonalitat, Formatierung, Bildgroßen) und geben Texte intern frei. Eine spezialisierte Agentur kennt diese Anforderungen und produziert Texte, die direkt zur Veröff­entlichung bereit sind.

Wie platziere ich mein Angebot ohne aufdringlich zu wirken?

Führen Sie Ihr Angebot als Teil der Lösung ein, nicht als Werbebotschaft. „Ein Ansatz, der besonders effektiv ist…“ oder „Unternehmen wie [Kundenname] nutzen dafür…“ wirkt natürlicher als „Unser Produkt bietet Ihnen…“. Der Kontext schafft Glaubwürdigkeit.

Was macht einen guten Call-to-Action im Advertorial?

Ein guter CTA ist spezifisch, niedrigschwellig und beschreibt den nachsten Schritt aus Leserperspektive. Genau einen CTA pro Beitrag. „Jetzt kostenloses 20-Min.-Gespräch buchen“ konvertiert deutlich besser als „Erfahren Sie mehr“ oder „Kontaktieren Sie uns“.

Lieber schreiben lassen?

Unser Redaktionsteam erstellt Ihr Advertorial und platziert es garantiert auf Ihrem Wunsch-Publisher – Handelsblatt, Welt, Forbes und mehr.

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