­

Advertorials und der Pressekodex

Sind Advertorials mit dem Pressekodex vereinbar?

Das Netz hat in den letzten Jahren der Wirtschaft verschiedene interessante Werbemöglichkeiten eröffnet. Was davon rechtlich in Ordnung ist und was nicht, hat der Gesetzgeber klar festgelegt. Doch speziell Marketingmaßnahmen im redaktionellen Umfeld sollten auch die Vorgaben einer weiteren Instanz erfüllen. Die Rede ist von Advertorials und der Pressekodex.

1973 vom Deutschen Presserat ins Leben gerufen, stellt der Pressekodex die ethische Richtlinie dar, an denen sich journalistische Erzeugnisse messen lassen müssen. Seit 2009 gilt der Pressekodex auch für Veröffentlichungen im Internet – und damit auch für Advertorials. Was sagt der Kodex über die Mischung aus redaktionellem Beitrag und Werbebotschaften?



Advertorials und der Pressekodex


In Ziffer 7 wird es auf den Punkt gebracht: „Bezahlte Veröffentlichungen müssen so gestaltet sein“, heißt es in Richtlinie 7.1, „dass sie als Werbung für den Leser erkennbar sind. Die Abgrenzung vom redaktionellen Teil kann durch Kennzeichnung und/oder Gestaltung erfolgen.“ Die Konsequenz für Advertorials: Ohne Markierung des Textes als „Werbung“, „Sponsored Content“ oder ähnliches verstößt der Publisher gegen die Richtlinien des Pressekodex (und übrigens auch gegen geltendes Recht und die Google-Webmaster-Richtlinien).

Advertorials und der Pressekodex – Advertorials sind Werbung und daher so zu kennzeichnen. Dann sind sie auch mit dem Pressekodex vereinbar. Durch den deutlichen Hinweis oberhalb des Textes wird die hohe Akzeptanz der User für diese Werbeform dennoch nicht geschmälert. Der Schlüssel zum Erfolg ist hier der Content: Wer in journalistisch anspruchsvolle Inhalte mit Mehrwert für den Leser investiert, wird mit dessen Aufmerksamkeit belohnt – ohne dabei gegen rechtliche oder ethische Richtlinien zu verstoßen.

Der zusätzliche Aufwand lohnt sich, insbesondere vor dem Hintergrund, dass vormals etablierte Werbeformen von Verbrauchern kaum noch beachtet werden: Werbemüdigkeit ist schon seit vielen Jahren ein Thema, doch selten war ihr Effekt so offensichtlich wie in den letzten Jahren. Werbeblocker-Apps für fast alle Browser sind beliebt wie nie zuvor, selbst originellste Text- und Bildanzeigen können schlicht nicht mehr an die Zielgruppe ausgeliefert werden. Ein weiteres Argument für Advertorials: Diese werden von Werbeblockern nicht als Werbung erkannt und vollständig angezeigt.